Centred Riding im Stall Christa

Erfahrungsbericht ’’Centered Riding’’

Centred Riding - Praktische Übungen Am Ersten Morgen haben die Teilnehmer waehrend dem gemeinsamen Fruehstueck sich gegenseitig vorgestellt und ihre Erfahrungen und Erwartungen and den Kurs ausgedrueckt. Die Teilnehmer hatten so unterschiedliche Erwartungen, wie sie auch Pferde verschiedener Rassen haben, unterschiedliche Reiterfahrung haben und verschiedene Disziplinen reiten. So haben die einen selbst anatomische Herausforderungen, trotz deren sie gerne lernen wuerden harmonisch zu reiten, ohne das Pferd zu beintraechtigen. Andere haben das Gefuehl nicht wirklich weiter zu kommen im Klassischen Reitunterricht, da der Fokus sehr stark auf dem Pferd liegt und nicht auf dem Zusammenspiel von Pferd, Verlagerung vom ‘‘Gepaeckstueck‘‘ Reiter und Ausruestung. Novizen im Pferdesport sind neugierig gewesen auf die Informationen von erfahrenen Pferdemenschen oder haben die Buecher von Sally Swift bereits gelesen und wollen eine Praktische Umsetzung erreichen, weil vieles doch noch recht abstrakt vorkam. Neugierig sind Alle, denn die meisten kennen vom Reitunterricht eher die Anordnungen "Absätze tief!" und "Hände ruhig!" und koennen oft nicht so viel damit anfangen. Viele Gedankenbilder und Veranschaulichung der Anatomie machen es deutlich welche Bewegungen der Reiter zulassen muß, damit das Pferd nicht im Bewegungsablauf[nbsp] gestört wird und eine Harmonie entstehen kann.

Christa stellte sich und ihren Weg vor und sprach ueber die Entwicklung von der Methode ‘‘Centered Riding‘‘ und dessen Ansatz ein besseres Koerpergefuehl , Reiten im Gleichgewicht und effizientere Kommunikation zu erreichen. Sie machte deutlich, dass es sich nicht um eine Neue Reitweise handelt, sondern um eine Methode, um aus seiner Mitte zu reiten im Gleichgewicht und mit einem bewussteren Gefuehl fuer seinen Koerper. Diese Methode ist beinflusst worden von verschiedenen Techniken und Lehren, wie die Alexander Technik und Philosophie asiatischer Kampfsporttechniken. Um das Bild der beindruckenden Balance eines Cowboys auf einem sich komplett drehenden Pferd, welches gerade Rinder treibt zu erreichen, bedarf es wohl einem Langen Weg und viel Erfahrung. Aber Christa erklaert uns in der Theorie und mit praktischen Uebungen die Grundsaetze dieser Methode und vermittelt in den zwei Tagen einen umfassenden Ueberblick, der allen Lust gemacht hat weiter daran zu arbeiten und das gelernte weiter zu vertiefen, denn die direkte und positive Rueckmeldung der Pferde war die Bestaetigung, dass diese Methode allen etwas mitgeben kann auf ihren Weg mit ihren Pferden.

Die Methode basiert auf 4 Pfeilern und wir haben Uebungen zu jeder von Ihnen gemacht, um diese zu veranschaulichen und jeden Lerntyp zu erreichen, ob ueber das Hoeren, Sehen oder Spueren:

Centred Riding hilft die Mitte zu finden 1. Seine Mitte finden: Zunaechst hat Christa einen Ueberblick gegeben ueber die Anatomie des Pferdes und ‘‘Benito‘‘ musste herhalten fuer die Anatomie des Menschen, um zu veranschaulichen, wo die die Gemeinsamkeiten liegen und wie das Becken, Arme, Wirbelsauele und Kopf zusammenspielen beim reiten, aber auch im Alltag in der Bewegung. Es hat auch gezeigt, wie klein der Spielraum ist, um auf dem Pferderuecken Sitzen zu koennen, ohne dass das Pferd schaden nimmt langfristig. Fuer manche war es eine Ueberraschung zu entdecken, wie ein Pferd von ‚‘‘innen‘‘ aussieht und eine Neue Erkenntnis, dass nicht die langen Rueckenmuskeln, das Reitergewicht tragen, sondern eine Kombination von Muskelketten und Rueckenband, wenn es dem Pferd ermoeglicht ist rund und vorwaerts/abwaerts zu laufen.Wir sind auf unseren Haenden gesessen und haben versucht zu erfuehlen, welche Position des Beckens und vorallem der Spitzen der Sitzhoecker unangenehm sind und in welcher Position der Sitz weicher und geschmeidiger wird. Es war beindruckend fuer alle, denn dies ist auch was das Pferd spueren kann und dadurch beinflusst wird in seinem Koerper. Mit Hilfe mentaler Bilder, mit einem imaginaeren Ball zwischen Bauchnabel und Ruecken, hat jeder seine Mitte erspuert. Das Bewusste Wahrnehmen von der Bewegung des Beckenbodens und Beckens mit Hilfe von 2 Baellen, hat sogar eine Weile lang angehalten und konnte im Sattel spaeter wieder abgerufen werden.

Im Sattel - Centred Riding 2. Atmen hilft! : Waehrend des ganzen Kurses hat uns die Stimme von Christa begleitet und daran erinnert, dass wir wieder vergessen haben zu atmen. Es haette mich nicht erstaunt, wenn jemand blau angelaufen waere, weil man sich so stark auf alles andere konzentriert, nur auf das Atmen nicht. Interessant zu beobachten, war wie die Gesichter und der ganze Koerper sich entspannte, wenn man daran erinnert wurde wieder zu atmen, eine Erleichterung, auch im Ausdruck und Gang des Pferdes. Und ein entspanntes Laecheln beim Reiter.

3. Der weiche Blick: In der Reithalle haben wir ausprobiert, wie es sich anfuehlt auf einen bestimmten Punkt zuzulaufen und diesen zu fixieren, was sich als sehr harter Blick und Gang anfuehlt. Dann nicht einen Punkt, sondern eher auf einen Bereich zusteuern, wie wenn es eine Zielscheibe waere. Der Blick wurde tatsaechlich weicher, als auch der Koerper. Christa hat uns daran erinnert, dass das Pferd nicht auf die selbe Weise die Umgebung wahrnimmt, wie wir, da die Augen auf der Seite des Kopfes sind und jeweils fast 180 Grad auf jeder Seite sehen kann, aber gewisse Stellen blind sind. Einfuehlsamkeit dafuer zu entwickeln, wie das Pferd sein Umfeld wahrnimmt kann hilfreich sein in der Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen und Verstaendnis warum ein Pferd erschrickt oder etwas anders macht, als wir uns das vorstellen.

Die Centred Riding-Instruktorin hilft 4. Balance: Wir kommen wieder zurueck auf die Anatomie des Menschen und das uebereinanderstellen von Bausteinen, wie Fussgelenk, Knie, Becken, Schultern, Kopf. Es veranschaulichte sehr deutlich, dass man das Gleichgewicht nicht haben kann, wenn man vom Stuhl aufsteht und die Fuesse nach hinten gezogen sind oder zu weit vorne sind, die Bausteine also nicht uebereinander liegen. Christa erklaert aber auch, dass je nach Koerperbau vom Reiter es einfacher oder ein bisschen schwieriger werden kann sich auzubalancieren, aber wenn man das weiss, kann man damit arbeiten und daran etwas aendern. Falls es nicht moeglich ist, dann versuchen es zu kompensieren, dass das Pferd in seiner Biomechanik nicht gestoert ist und eine Harmonie entstehen kann. Christa konnte zur Position in den beiden Praktischen Teilen bei jedem individuell darauf eingehen und ein Verstaendnis fuer weitere Optimierung vermitteln .

In den praktischen Teilen des Kurses hat Christa uns geholfen den Balance Punkt im Fuss (Ballenbereich) zu finden und richtig im Steigbuegel zu platzieren. Die Erdung hilft mehr Stabilitaet und Kraft zu erhalten, dazu hat Christa auf die Fusssohle im Steigbuegel geklopft und bei manchen hat sich die kleine Nickbewegung des Koerpes bis zu den Haarspitzen durchgezogen. Es konnte ausprobiert werden, ob das Pferd nun besser oder anders laeuft und wie wir uns dabei fuehlen auf Geraden, Slaloms, Volten und im Schritt und Trab. Dabei konnte Christa auf die Einzelnen eingehen und auch individuelle Optimierungsvorschlaege machen zur Position, Sattel und Steigbuegellaengen. Bei Manchen war zum Beispiel eine positive Reaktion des Pferden zu beobachten, wenn der Schwerpunkt ein wenig nach Hinten gesetzt wurde, indem die Position des Sattels veraendert worden ist. Das Pferd lief aktiver und runder, obwohl auf den Ersten Blick der Sattel relativ weit hinten sass. Dadurch konnte in diesem Fall aber die Schulter freier arbeiten und kommt nicht am Sattel an, was manchmal dazu fuehrt, dass der Sattel erst recht in den Ruecken gedrueckt wird. Dies war der Fall bei der Pferden die vorne recht hoch und kraeftig/breit waren. Dankbar haben die Teilnehmer die Tipps angenommen und sind dazu motiviert worden solche Dinge auszuprobieren und zu beobachten, wie das Pferd darauf reagiert. Laeuft es runder? Vorwaerts/Abwaerts? Aktive Hinterhand? Hoert das Schweifschlagen auf?

Auf dem Pferd - Centred Riding Eine Weitere Uebung, die eine kleine Herausforderung war, ist der leichte Sitz ( Two point seat) die Balance zu finden, auch im Trab. Die Tendenz ist nach vorne zu kippen und die Bausteine auseinanderfallen zu lassen. Aber dann, ‘‘ Atmen hilft!‘‘ und der Koerper findet seine Position, die Bausteine kommen ueber einander, das Becken kommt zuerueck in die neutrale Mitte und die Fuesse koennen mit imaginaeren Rollerbladern ausgeruestet parallel am Boden rollen. Alle Gelenke sind nun im gleichen Winkel und federn die Kraft aus der Bewegung ab und schuetzen dadurch Wirbelsaeule und Pferderuecken. Erstaunlich, wie anstrengend es ist gewohnte Bewegungsmuster zu aendern und dem Kopf zu zeigen, dass er dem Koerper ein anderes Signal geben soll. Der Koerper folgt dem Kopf. Auch fuer die Pferde war es anstrengend, jede Veraenderung des Reiters, hat auch die Pferde beinflusst und sie haben darauf reagiert und sich auch neu ausbalanciert.

Alle Teilnehmer haben ein erleichtertes Laecheln im Gesicht gehabt, da sie verstanden haben, um was es geht und bereits ein besseres Koerpergefuehl erreicht . Christa konnte jedem Hausaufgaben mit auf dem Weg geben wie zum Beispiel die Uebungen auf dem Pferd zu wiederholen und zu testen wie das Pferd auf die Optimierungen reagiert. Da viele Reiter im Allgemeinen so verbissen versuchen alles richtig zu machen und dabei oft stark verspannt reiten hat Christa den Teilnehmern auf den Weg gegeben, dass es Spass machen soll und man einfach ausprobieren und testen kann und dabei nicht zu verbissen an die Sache rangehen muss.

Das Verstaendnis und Weg zu einem harmonischem Miteinander ist sicher gegeben worden in diesen 2 Tagen und nun liegt es an den Reitern, diesen Weg weiterzugehen mit ihren treuen Begleitern, die ganz motiviert versucht haben den Neuen Signalen ihrer 2-Beiner nachzukommen und manche sogar deutlich gezeigt haben, dass es ihnen gut geht damit. Die Motivation war auf jeden Fall bei Allen vorhanden, denn es war sehr beindruckend nach nur 2 Tagen und oft nur kleinen Aenderung bereits positive Resultate zu spueren und zu sehen. In diesem Sinne weiterhin nicht vergessen zu Atmen!

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