Interview mit Tabea Feuz von Faszination Pferde | Pferdenetzwerk

Interview mit Tabea Feuz von Faszination Pferde

Dieses Interview ist mit Tabea Feuz, Pferdephysiotherapie

Erzähl etwas über Dich: Wer bist Du und wie hast Du zu Deiner Berufung gefunden?

Ich heisse Tabea Feuz, bin verheiratet und habe einen 8 Monate alten Sohn. Seit meiner Kindheit reite ich und die „Faszination Pferd“ hat mich nie losgelassen. Heute arbeite ich als Pferdephysiotherapeutin und liebe meine Arbeit. Mein Pferd Syrano hat mich zur Physiotherapie gebracht. Er hatte seit Beginn seiner Ausbildung diverse gesundheitliche Probleme, die sich alleine durchs Reiten und Bodenarbeit nicht beseitigen liessen. Diverse Male hatte ich den Chiropraktiker im Stall, der auch jedes Mal einen Befund hatte, aber die Wirkung der Behandlung war nie langfristig. So begann ich mich vermehrt zu informieren und wälzte Bücher über Anatomie und Biomechanik des Pferdes. Es entstand der Wunsch, eine Ausbildung im Bereich der Pferdephysiotherapie zu machen. So habe ich 2016 meine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin beim DIPO in Deutschland abgeschlossen. Syrano profitiert nun von meinem neu erworbenen Wissen und ist immer mein erstes „Versuchskaninchen“, wenn ich etwas Neues erlernt habe. Da für mich die Physiotherapie und das Training Hand in Hand gehen müssen, biete ich neben der Physiotherapie auch Unterricht in Bodenarbeit an. Auch hier hat Syrano einen grossen Einfluss gespielt, denn vor ihm war für mich die Bodenarbeit nie so wichtig. Heute gymnastiziere ich Syrano oft vom Boden aus, da kann mein Sohn im Tragetuch mit von der Partie sein und findet es bis jetzt ganz spannend.

Welche Ausbildung hast Du gemacht?

Wie erwähnt habe ich meine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin am „Deutschen Institut für Pferde-Osteopathie“ kurz DIPO gemacht. Nächstes Jahr werde ich dort auch noch Weiterbildungen besuchen, unter anderem in „Dry Needling“ und „Taping für Pferde“, um mein jetziges Angebot zu ergänzen.

Was fasziniert Dich an Deiner Arbeit, was macht Dich glücklich?

Faszinierend finde ich vor allem, wenn ich sehe, wie die Pferde bereit sind bei der Behandlung mitzuhelfen und beginnen, sich auf ihren Körper zu konzentrieren. Pferde sind sensibel und ich versuche immer so weit zu gehen, dass das Pferd die Behandlung noch in Ordnung findet. Denn manchmal kann eine Behandlung schon schmerzhaft sein, wenn zum Beispiel starke Verspannungen oder Blockierungen vorhanden sind. Zufrieden bin ich dann, wenn ich den Pferden helfen kann in eine physiologische und gute Haltung zurückzufinden. Viele sogenannte Exterieurmängel lassen sich durch die physiotherapeutische Arbeit beheben oder abmildern. Denn oftmals resultieren sie aus unphysiologischen Bewegungen, die durch Schmerzen hervorgerufen werden. Die Pferde sind Meister im Kompensieren, denn als Fluchttier ist ihnen die Fortbewegung sehr wichtig, auch dann, wenn Schmerzen vorhanden sind. So versuche ich meinen „Patienten“ die Schmerzen zu lindern, damit sie sich gesund fortbewegen können.

Auf was legst Du bei der Arbeit besonderen Wert?

Mir ist es wichtig, die Signale und Körpersprache der Pferde wahrzunehmen, denn sie dienen mir als Rückmeldung für meine Arbeit. Schon oft habe ich erlebt, dass Pferde vor der Behandlung deutliche Schmerzanzeichen im Ausdruck aufwiesen, welche im Verlauf der Behandlung dann langsam zu verschwinden begannen. Wichtig ist mir auch die gute Zusammenarbeit mit den Besitzern und ich versuche auf ihre Fragen einzugehen und meine Arbeit zu erläutern. So interessiert es mich beispielsweise, wie die Pferde nach der Behandlung laufen. Auch versuche ich immer, den Besitzern praktische Hilfestellungen oder Übungen zu geben, die sie selber ausführen können, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen.

Gibt es ein prägendes Erlebnis, dass du uns noch erzählen möchtest?

Es gibt eigentlich viele prägende Erlebnisse, die mich zu dem gemacht haben, wer ich heute bin. Von den Pferden habe ich vorallem eins gelernt- Geduld und Dinge zu hinterfragen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie in der Pferdeszene noch so oft viele Probleme einfach mit der Bemerkung „ der ist einfach frech “ abgetan werden und die Reaktion des Pferdes nicht hinterfragt wird. Widersetzlichkeiten sind meistens auf Schmerzen, Stress oder Überforderung zurückzuführen. Durch verschiedene Pferde, die mich auf meinem Weg begleiteten, habe ich gelernt an mir zu arbeiten und mein Tun zu reflektieren. Gerade mit Syrano musste ich viele Dinge überdenken und unkonventionelle Wege gehen, um weiter zu kommen. Die Pferde haben mich viel gelernt und dafür bin ich dankbar.

Mehr über Tabea Feuz erfährst Du unter: http://faszination-pferde.ch/index.html oder https://www.facebook.com/faszinationpferde

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