Linda Mühlematter - Pferdeheiltherapeutin

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Dieses Interview ist mit Linda Mühlematter, Pferdeheiltherapie

Erzähl etwas über Dich: Wer bist Du und wie hast Du zu Deiner Berufung gefunden?

Ich bin Linda Mühlematter und 28 Jahre alt. Meine Liebe zu den Tieren habe ich schon in sehr jungen Jahren entdeckt und entwickelt. Zu meiner Familie gehörten alle möglichen Tierarten und ich hatte immer einen speziellen Bezug zu ihnen. Auch die Pferde sind seit meinem 7. Lebensjahr ein fester Bestandteil meines Lebens. Diese grossmütigen, wohlwollenden und sanften _Wesen faszinierten mich vom ersten Moment an. Ich entdeckte meine starke, feinfühlige Art und mein spezielles Gespür schon recht früh. Es zeigte sich immer mehr im Umgang mit den Tieren und ich begann schon früh meine Hände als «Werkzeug» einzusetzen und anderen Gutes zu tun. Nach der Fachhochschulreife entschied ich mich für die Ausbildung zur Fachfrau Operationstechnik HF. Dabei war der Bewegungsapparat, das Zusammenarbeiten der verschiedenen Organsysteme und die psychischen Aspekte sehr faszinierend für mich. In der Zeit nach meiner Ausbildung begann ich ein neues Kapitel und kaufte mir eine junge, rohe Stute. Sie öffnete mir die Tür meine Gabe und brachte mich durch ihre körperlichen und damit auch psychischen Beschwerden zu meiner Berufung als Pferdephysiotherapeutin.

Welche Ausbildung hast Du gemacht?

Ich bin ausgebildete Fachfrau Operationstechnik HF, welche ich an der Universitätsklinik Freiburg i_n Deutschland absolviert habe. In dieser Zeit machte ich auch die Zusatzausbildung zur Gesundheits-und Krankenpflegehelferin. Nach einigen Jahren Erfahrung im OP und der Spezialisierung im Bereich Orthopädie und Traumatologie, entschied ich mich zur Pferdephysiotherapie-Ausbildung in Deutschland. Dazu folgte die Ausbildung zur Pferdeheilpraktikerin. Die Behandlung des Körpers alleine stellte mich aber nicht zufrieden und mir war die psychische Gesundheit der Tiere ebenso wichtig. Daher machte ich eine Ausbildung zur Stress - und Traumatherapeutin für Tiere, welche sich sehr bewährt hat. Da das korrekte Training der Pferde ein wichtiger Bestandteil für die Gesunderhaltung und deren Aufbau ist, bin ich derzeit in der Ausbildung zur Beziehungs -_und Bodenarbeitstrainerin für Jung - und Korrekturpferde.

Was fasziniert Dich an Deiner Arbeit, was macht Dich glücklich?

Zu sehen, wie sich die Pferde und andere Tiere positiv entwickeln -_das macht mir Freude! Mit kleinen Gesten und meinen Gaben Veränderungen bewirken und die körperliche und seelische Gesundheit der Tiere zu verbessern - das macht mich glücklich! Einen Unterschied zu machen - auch für die Besitzer/innen - das erfüllt mich! Ich liebe es, mit meinen Fähigkeiten und meinem Wissen den Tieren zu helfen und die Lebensqualität zu verbessern! So wie wir unserem Körper und unserer Seele Beachtung schenken, möchte ich dies auch für die Tiere tun. Sie haben es ebenso verdient und geben uns dies vielfach zurück! Dafür bin ich dankbar!

Auf was legst Du bei der Arbeit besonderen Wert?

Für mich besteht eine gute und gelungene Behandlung aus mehreren Elementen. Ich arbeite mit viel Ruhe und Geduld - mit dem Pferd zusammen. Dabei setze ich auf Vertrauen und Achtsamkeit und nehme mir die Zeit, vor der Behandlung das Vertrauen des Pferdes zu verdienen. Es ist mir sehr wichtig, jedes Pferd individuell und in seiner Ganzheit - Körper, Geist und Seele – zu betrachten. Ich behandel daher den gesamten Organismus, denn nur so können sich Probleme auf diesen Ebenen lösen und beginnen zu heilen. In diesem Zusammenhang steht auch die Nachhaltigkeit. Mein Anliegen ist es, eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit dem Besitzer / der Besitzerin natürlich eine wichtige Rolle.

Gibt es ein prägendes Erlebnis, dass du uns noch erzählen möchtest?

Jede Behandlung prägt mich und meine Arbeit mit den Tieren, aber eine Behandlung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich wurde von einer Kundin für eine Stress – und Traumatherapie für ihren Wallach gerufen. Er hatte grossen Stress alleine zu bleiben und auch mit der Nähe anderer Pferde und Menschen. Er tendierte dazu, sich durch drohen, beissen und treten, Platz und seinem Unmut Gehör zu verschaffen. Als ich im Stall ankam und mit der Behandlung begann, versuchte er anfangs dem Schmerz zu entfliehen und lief los. Ich begann noch ein weiteres Mal und er entspannte sich sichtlich. Er fing an den Hals und den Kopf zu senken, war nach innen fokussiert und genoss die Behandlung sehr. Zwischendurch begann er, alte Verhaltensmuster zu zeigen, die er laut seiner Besitzerin schon sehr lange nicht mehr gezeigt hatte. Er begann seinen Stress zu verarbeiten, ohne mir zu drohen. Das hat mich mit so viel Freude, Dankbarkeit und Demut erfüllt – zu sehen, wie sich dieser Wallach darauf einlässt Unterstützung anzunehmen und zu heilen. Einige Tage nach der Behandlung habe ich eine Nachricht der Besitzerin erhalten, dass er viel gelassener ist und sich besser führen lässt. Ein riesen Geschenk!

Mehr über Linda Mühlematter erfährst Du unter: https://www.muehlematter-pferdeheiltherapie.ch/

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