Blutegeltherapie bei einem Shetty mit Hufrehe

Schreckgespenst Hufrehe

Hufrehe, zum zweiten Mal werde ich mit dieser Krankheit konfrontiert. Vor 3 Jahren hatte Winnie, mein Shetty, das erste Mal einen Hufreheschub. Damals konnte alles ohne Schmerzmittel und Entzündungshemmer bewältigt werden. Es nahm auch mich sehr mit und ich lag oft wach und fragte mich was ich hätte anders machen können und wie die Zukunft für meinen Winnie wohl aussehen wird. Deshalb las ich alles was ich zu dem Thema fand.

Um einem erneuten Schub vorzubeugen baute ich aus meinem Paddock einen Paddocktrail, so dass die Ponys deutlich mehr Laufen müssen. Ausserdem ist der Trail für sie viel spannender und sie bewegen sich dadurch wirklich viel mehr.

So weit so gut. Winnie hat abgenommen und auch nachdem ich auf 24h Heu umgestellt hatte nicht mehr zugenommen. Gertenschlank ist er nicht, aber auch nicht mehr fett. 3 Jahre ohne Hufrehe und nun hat diese Krankheit wieder zugeschlagen. Vor knapp 4 Wochen hat es schleichend angefangen. Winnie lief plötzlich nicht mehr so gut, kurz darauf rannte er aber wieder bockend über den Trail. Ich machte mir (fast) keine Sorgen. Dann der Tag als klar war, es ist wieder Hufrehe. Dieses Mal ging es nicht ohne Medikamente. Trotzdem ging es ihm immer schlechter. Er und ich waren auch psychisch sehr angeschlagen.

Ein Wechsel der Medikamente brachte etwas. Oder war es nur Zufall, dass es ihm plötzlich etwas besser ging?

Blutegeltherapie

Blutegeltherapie bei Hufrehe Eine Kollegin empfahl mir es mit Blutegeln zu versuchen. Zuerst zögerte ich. Blutegel, in der Theorie klang das ja gut, aber lohnte sich das wirklich?

In der Zeit als es ihm am Schlechtesten ging, habe ich Ursula Weisgram angerufen und einen Termin zur Therapie mit Blutegeln vereinbart. Sie konnte leider nicht sofort kommen, da sie nicht mehr genug Blutegel hatte. Sie hatte so viele Hufrehepatienten in letzter Zeit. Dafür war sie bereit Ihre Ferien zu opfern um so rasch wie möglich die Behandlung zu beginnen. Ursula brachte ein Glas mit Blutegeln mit und vor allem eine Schere und ein Rasiermesser. Denn zuerst mussten die Haare gleich oberhalb des Kronenrandes abgeschnitten und sogar die Haut glatt rasiert werden. Das rasieren gefiel Winnie zwar nicht so, aber er hielt (fast) still. Danach konnte der erste Blutegel angesetzt werden. Ich muss gestehen, ich möchte sie nicht anfassen, aber ich berühre auch Regenwürmer nicht gern. Mit dem Ersten stimmte wohl etwas nicht er konnte sich nicht festsaugen, aber die Anderen bissen sofort zu. Es ging erstaunlich lang bis sie sich vollgesogen hatten. Wenn sie genug haben fallen einfach ab.

Blutegeltherapie bei Hufrehe Ursula hat sie einem anderen Glas versorgt. Sie sind nun für ein ganzes Jahr satt. Leider darf, laut medizinischen Vorschriften, ein Blutegel nur einmal eingesetzt werden. Theoretisch könnten sie ein Jahr aufbewahrt werden und dann wieder für das gleiche Tier/Mensch benutzt werden. Da das aber in der Praxis kaum durchführbar ist müssen sie getötet werden. Die ganze Behandlung dauerte etwa 1,5 Stunden und danach lief noch Blut aus den Wunden. Winnie störte sich jedoch nicht daran und begann zufrieden Heu zu fressen.

Der Tag nach der Behandlung

Winnie ging es deutlich besser. Er fand es plötzlich völlig daneben, dass er auf dem Trail bleiben sollten, während sein Kumpel Dougal auf die Weide durfte. Ich habe ihn dann etwas abgelenkt und so ging das auch einigermassen. Er durfte dann für 15 Minuten auch aufs Gras. Das hat er gut verkraftet. Ich habe die Medikamente deutlich reduziert und er lief weiterhin relativ gut.

Drückt mir die Daumen, dass es anhält. Denn eigentlich sollte der Pechvogel Winnie ja bald nach Frankreich, zu einer Bekannten ziehen und dort auf einer grossen Shettyweide sein Leben verbringen.

Denn leider ist Hufrehe nicht das Einzige gesundheitliche Problem von Winnie. Er hat chronischen Husten und leidet an einem Tracheal Kollapse. Das heisst seine Luftröhre war schon vor über 2 Jahren nicht mehr rund, sondern oval. Sie wird auch immer enger werden. Das ist wohl auch der Grund wieso er immer öfter und intensivere Hustenanfälle bekommt. Heu, auch erstklassige Qualität und bedampft, verträgt er immer schlechter.

Aus diesem Grund habe ich mich diesen Winter schweren Herzens entschieden ihm die Möglichkeit zu geben für immer auf der Weide zu leben. Natürlich unter Aufsicht, so das bei Problemen sofort eingegriffen werden kann. Nun steht sein Umzug bald bevor und ich hoffe sehr, dass er dort noch viele unbeschwerte Jahre ohne Husten und Hufrehe verbringen darf.

3 Tage nach der Behandlung: Leider hat es nicht geklappt. Ich musste die Medikamentendosis wieder erhöhen.

10 Tage nach der Behandlung: Langsam geht es aufwärts. Winnie geht es deutlich besser

Nachtrag: Es ging weiter auf und ab. Zum Glück ging es ihm aber so gut, dass er reisen konnte. Nun ist er in einer Hufrehegruppe im Gestüt Schüracker in Aurouer in Frankreich. 

Ende August 2016: Winnie geht es nach eine Hufbearbeitung durch den Spezialisten sehr gut. Er läuft wieder in der normalen Gruppe. Genauer gesagt, er hat eine eigene kleine Stutenherde erhalten und ist absolut happy damit. Und vor allem kein Husten mehr.

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Kommentare (5)

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