Pflanzen auf der Weide

Was wächst denn da? Weniger gern gesehene Pflanzen auf der Weide

Herrlich, endlich wieder Weidezeit. Was gibt es schöneres als den Pferden zuzusehen, die friedlich in der Sonne grasen. Und während man so dasitzt und ihnen zuschaut fragt man sich plötzlich was wächst denn da? Ist es womöglich giftig? Oder ein "Un"kraut, dass dem Gras den Platz wegnimmt?

Ich bin bei mir über die Weide gelaufen und habe dort verschieden Pflanzen fotografiert und für Euch Namen und interessantes zu der Pflanze zusammengetragen.

Beginnen wir mit der altbekannten Brennessel.

Brennessel Brennesseln sind nicht giftig und werden von Pferden auch nicht gefressen. Wenn sie allerdings abgeschnitten und getrocknet werden, werden sie von den meisten Pferden gerne genommen. Es regt den Stoffwechsel an. Aber Achtung nicht zu viel auf einmal. Gerade Hufrehkandidaten vertragen nicht zu viel auf einmal.

Inhaltsstoffe

Die Brennesseln sind Vitamin B und C enthalten und auch Mineralien wie Kalium, Kalzium und Kieselsäure kommen vor. In den Brennhaaren gibt es Histamin, Serotonin, Acetylcholin und Scopoletin. Junge Brennesselblätter kannst Du wie Spinat kochen.

Eigenart

Kann dank Rhizomen (unterirdische, fleischige Wurzeln) kann sie sich relativ rasch auf[nbsp] grossen Flächen ausbreiten. Dadurch lassen sie sich auch sehr schwer entfernen.

Zeigerpflanze für stickstoffreichen Boden.

Fazit

Brennessel ist nicht giftig für Pferde. Sondern getrocknet und in vernünftigen Mengen verfüttert sogar sehr gesund.


Kriechender Günsel Kriechender Günsel überwuchert in kürzester Zeit alles. Die Blüten sind blau oder rosa gefärbt. Zu meiner Überraschung kann man Günsel mittlerweile sogar beim Gärtner kaufen. Die Pferde fressen ihn nicht.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des kriechenden Günsels sind: Tannine, Iridoidglykoside, Ajugalactone, Rosmarinsäure, Spaponine, Gerbstoffe. Kriechender Günsel ist wirkt anbtibakteriell und ist ein leichtes Abführmittel. Er kann als Tee oder Tinktur verwendet werden.

Eigenart

Sehr robuste Pflanze die sich mit Ausläufern und Samen vermehrt. Sie ist eine Bienenweide.

Zeigerpflanze für nährstoffreiche lehmige Böden.

Fazit

Sollte unbedingt auf Weiden bekämpft werden, ist[nbsp] aber nicht giftig und wird nicht gefressen.


Gundermann Gundermann wächst fast überall. Je nachdem wie geeignet der Boden ist, wird er üppig mit grossen Blättern oder nur klein. Die Violetten Blüten sehen hübsch aus, allerdings breitet er sich extrem rasch aus.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Gundermanns sind: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe.

Eigenart

Gundermann treibt sogar unter dem Schnee aus und kann auch gegessen werden. Er schmeckt ziemlich streng. Er soll sogar gegen Schnupfen helfen.

Zeigerpflanze für feuchte, schwere, fruchtbare sowie kalkhaltigen Böden.

Fazit

Gundermann ist für Pferde giftig, meine Ponys fressen ihn aber auch nicht. Selbst im Heu ist er noch 3 Monate lang giftig. Erst danach werden die Giftstoffe abgebaut.


Spitzwegerich Spitzwegerich ist ebenfalls eine häufige Pflanze auf unseren Weiden. Die langen schlanken Blätter und die typische kolbenähnliche Blüte mit dem weissen Kranz sind sehr auffällig.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs sind: Schleimstoffe, Saponine, Glykoside, Gerbstoffe, Kieselsäure, Vitamin C, antibiotische Stoffe, ätherisches Öl, Lab-Enzym. Der Spitzwegerich kann für vieles verwendet werden, aber am häufigsten kommt er bei Atemwegsproblemen zur Anwendung. Die zerriebenen Blätter kann man auf einen Insektenstich geben oder kleinere Wunden damit behandlen.

Eigenart

Die Pflanze hat sehr tiefe Wurzeln und wächst deshalb auch auf sehr stark verdichteten Böden.

Zeigerpflanze für kalkarmen Boden.

Fazit

Eine wertvolle Heilpflanze, die jedoch auf Weiden bekämpft werden sollte damit sie sich nicht zu sehr ausbreitet. Nur in sehr grossen Mengen giftig für Pferde.


Scharbockskraut Scharbockskraut wächst meist in lichten Wäldern (allerdings bei mir auch auf der Weide) und gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse. Es ist ebenfalls ein Heilkraut und hilft unter anderem gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Achtung es leicht giftig, sobald die Blüten kommen.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Scharbockkrauts sind: Vitamin C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoff.

Eigenart

Sehr kleine Pflanze die Ende Mai bereits einzieht. Sie vermehrt sich über Brutknöllchen die an den Stengeln/Blätter sitzen und herabfallen. In Hungerzeiten wurden diese Knöllchen zu Mehl gemahlen.

Zeigerpflanze für feuchte, stickstoffhaltige Böden.

Fazit

Sollte unbedingt auf Weiden bekämpft werden, ist giftig. Er wird allerdings erst problematisch wenn er gehäuft auftritt. Im Heu ist er nicht mehr giftig, da das Trocknen das Gift zerstört.


Breitwegerich Breitwegerich ist ebenfalls eine Pflanze die leicht zu erkennen ist und bei uns überall wächst. Auf Weiden ist er ein Problem, da er[nbsp] kahle Stellen überwächst und kaum mehr Gras durchkommt.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Breitwegerichs sind: Alantoin, Alkaloid, Bittere Glykoside, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Salizylsäure, Schleim. Breitwegerich kann ebenfalls für kleine Wunden verwendet werden.

Eigenart

Sie ist sehr robust und verträgt auch ständiges begehen. Deshalb kommt sie auch auf stark beanspruchten Weiden häufig vor.

Zeigerpflanze für stark verdichteten Boden.

Fazit

Sollte unbedingt auf Weiden bekämpft werden, ist[nbsp] aber nicht giftig.


Gänsefingerkraut Gänsefingerkraut ist eine sehr häufige Pflanze auf unseren Weiden. Es besiedelt sehr gern Ränder und kahle Stellen. Auch das Gänsefingerkraut ist eine Heilpflanze.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Gänsefingerkrauts sind: Gerbstoffe, Flavonoide, Pseudosaponine, Cholin, Harz, Stärke. Es wird als bei Krämpfen eingesetzt und kann gegen leichten Durchfall helfen.

Eigenart

Es bleibt niedrig, kriechende Pflanze. Die leicht behaarten Blätter glänzen silbrig und sie blüht gelb. Da es sich rasch ausbreitet und das Gras verdrängt sollte es auf Weiden bekämpft werden.

Zeigerpflanze für nährstoffreichen Boden.

Fazit

Eine wertvolle Heilpflanze, die jedoch auf Weiden bekämpft werden sollte damit sie sich nicht zu sehr ausbreitet. Nicht giftig für Pferde.


Giersch Er wächst in Gärten, Wiesen und Wäldern. Er wurde früher gegen Gicht und Rheuma genommen und kann als Wildgemüse gegessen werden.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Giersch sind: VitaminC, Kalium, Karotin und Eisen.

Eigenart

Giersch ist eine echte Plage. Aus einem Rhizom entspringen unterirdische Wurzelausläufer. Aus jedem Wurzelstück, dass beim Ausgraben im Boden verbleibt kann wieder eine Pflanze entstehen.

Zeigerpflanze für sickstoffreiche Böden.

Fazit

Ist für Pferde nicht giftig, wird von meinen aber nicht gefressen. Von anderen Pferden wird er aber offenbar gern gefressen. Da er aber in kürzester Zeit die Weide überwächst sollte er bekämpft werden.


Stumpfblätteriger Ampfer - Placke Die Stumpfblätteriger Ampfer, auch Placke genannt, wächst an Wegrändern und auf Weiden.[nbsp] Er hat einen hohen Oxalsäure-Gehalt und ist deshalb auch giftig,

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Placke sind: Vitamin C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoff.

Eigenart

Die Pflanze hat sehr tiefe Pfahlwurzel und vermehrt sich über Samen.

Zeigerpflanze für feuchte, stickstoffhaltige Böden.

Fazit

Sollte unbedingt auf Weiden bekämpft werden, da die Placke sehr gross wird und das Gras verdrängt. Unbedingt zumindest die Blüte vor dem Aufblühen entfernen. Besser noch tief ausstechen und mit der Pfahlwurzel entfernen. Sonst kommt sie immer wieder.


Hahnenfuss Hahnenfuss wächst auf sehr vielen Weiden und auch an Wegrändern. Er bildet schnell Inseln und ist in allen Teilen giftig und wird in der Regeln von Pferden nicht gefressen.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Hahnenfusses sind: Anemonin, Protoanemonin, Saponine und Ranunculin.

Eigenart

Es gibt etwa 400 verschiedene Hahnenfussgewächse. Bei uns auf den Weiden kommt hauptsächlich der scharfe und der kriechende Hahnenfuss vor. Er kann die Haut reizen.

Zeigerpflanze für nasse verdichtete Böden, häufig Lehmböden.

Fazit

Sollte unbedingt auf Weiden bekämpft werden, ist giftig. Sobald es im getrocknet wird, wird das Gift zerstört. Ist also im Heu nicht mehr giftig. Besonders problematisch ist es, wenn kaum mehr Gras da ist, aber noch Hahnenfuss.


Teile diesen Beitrag

Abonniere den Ponyexpress

Schneller als jeder Meldereiter in vergangenen Tagen landet der Newsletter vom Pferdenetzwerk in Deinem Postfach. Du musst Dich nur für das kostenlose Abonnement eintragen.

Präsentiere Dich!

Du kannst Dich für Fr. 2.00 (Jahresbeitrag Fr. 24.00) beim Pferdenetzwerk eintragen und Dein Angebot unzähligen Pferdefreunden präsentieren. Mach mit! Werde Teil des Netzwerkes.